Mai 16

Das Potenzial von PROMs in der Brustkrebstherapie

PROMs-Studie weist Unterschiede in der Lebensqualität von Patientinnen abhängig von der Therapieform nach

Patientinnen, bei denen Brustkrebs im Frühstadium diagnostiziert wird, haben zu Behandlungsbeginn eine weitreichende Therapieentscheidung zu treffen. Die möglichen chirurgischen Behandlungsformen sind die brusterhaltende Therapie oder die Mastektomie bzw. Brustentfernung. Da die Überlebens- und Rezidivrate zwischen den Therapieformen vergleichbar hoch sind, rückt die Auswirkung der jeweiligen Behandlung auf die Lebensqualität der Patientinnen stärker in den Vordergrund. Die Studie von Lagendijk et al. (2018) am Erasmus University Medical Center Rotterdam konnte zeigen, dass die verschiedenen chirurgischen Therapieformen zu einer unterschiedlichen Lebensqualität der Patientinnen geführt haben.

Methodik

Patientinnen wurden online über die Internetseite der Klinik und der Dutch Breast Cancer Association rekrutiert. Es wurden ausschließlich Brustkrebspatientinnen eingeschlossen, bei denen bereits eine chirurgische Therapie durchgeführt wurde, die mindestens 6 Monate zurücklag. Die eingeschlossenen Patientinnen mussten das PROM-Set der ICHOM (International Consortium for Health Outcomes Measurement) für Brustkrebs beantworten. Diese beinhalteten u.a. den onkologisch-generischen EORTC-QLQ-C30 und den brustkrebsspezifischen EORTC-QLQ-BR23, die die Lebensqualität und den Gesundheitszustand der Patientinnen beispielsweise über Subskalen für körperliche und emotionale Funktion wiedergeben. Zusätzlich wurden Fragen integriert, die die Akzeptanz, Zufriedenheit und Erwartung der Patientinnen bezüglich PROMs darstellen sollten.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die verschiedenen chirurgischen Therapieformen unterschiedlich auf die Lebensqualität der Patientinnen auswirken. So hatten Patientinnen nach einer autologen Brustrekonstruktion mehr  „Armsymptome“ im Vergleich zu einer brusterhaltenden Therapie. Allerdings traten nach der brusterhaltenden Therapie mehr „Brustsymptome“ im Vergleich zu anderen Therapien auf. Ein weiteres Beispiel ist die höhere „Zufriedenheit mit der Brust“ nach einer autologen Brustrekontruktion im Vergleich zur Brustrekonstruktion mit Implantaten, Mastektomie ohne Rekonstruktion oder brusterhaltenden Therapie.

Durchschnittliche PROM-Scores (mit Standardabweichung) der Studienpatientinnen, je nach durchgeführter chirurgischer Therapie. Türkis markiert sind statistisch signifikante Unterschiede, p<0.05.

Darüber hinaus dachten 89% der Patientinnen, dass PROMs die Behandlungsqualität von Brustkrebspatientinnen verbessern können und 82% betrachteten PROMs als potenzielles Mittel zur Selbstreflexion, um ein tieferes Verständnis über ihren eigenen Gesundheitszustand zu erlangen. Zudem betrug die Akzeptanz der Patientinnen mit PROMs sogar 94%.

Die gesamte Studie ist hier nachzulesen.

Möchten Sie mehr wissen?

Auch Heartbeat Medical hat das Potenzial von PROMs im Bereich Brustkrebs erkannt. So werden seit 2017 alle Patientinnen des Brustzentrums der Charite nach den Guidelines der ICHOM mit Patient Reported Outcomes zu Symptomen und Lebensqualität vor und nach einer Therapie, in regelmäßigen Intervallen, befragt.  In unserer Case Study finden Sie mehr Informationen zum gemeinsamen Projekt mit einem der führenden deutschen Brustzentren! Bei Interesse beantragen Sie sofort unverbindlich eine Demo.

About The Author

Felix Compes | |
Executive Assistant, heartbeat medical

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