Okt 05

Knieprothesen – Patient Reported Outcomes zeigen Verbesserungsmöglichkeiten auf

Wie PROMs genutzt wurden um die postoperative Lebensqualität zu steigern
Patientin mit Knieprothese

Der britische Gesundheitsversorger NHCFT wechselte aufgrund einer PROMs-Studie das verwendete Knieimplantat und konnte signifikante Verbesserungen in der Lebensqualität seiner Versicherten erzielen.1,2

Seit 2009 werden in England routinemäßig und flächendeckend Patient Reported Outcome Measures (PROMs), also standardisierte Patientenfragebögen, zur Evaluierung von u.a. Knieprothesen-Operationen verwendet bzw. zentral erfasst.3 Abgefragt werden beim Knie-Ersatz der Oxford Knee Score (OKS) sowie der EQ-5D-3L.

Nationale PROM Studien zeigen Verbesserungsmöglichkeiten bei Knieprothesen auf

Eine Auswertung der bisher gesammelten Daten durch Baker et al. im Jahr 2012 ergab hierbei, dass es signifikante Unterschiede im OKS gab – je nach verwendeter Knieprothese1. Zusätzlich machten Moverley et al. 2014 in einer Studie darauf aufmerksam, dass der OKS und EQ-5D-3L signifikant besser waren, wenn bei einer Knie-TEP der sog. Hoffa-Fettkörper nicht entfernt wurde.4

Von diesen Veröffentlichungen nahm der Northumbria Healthcare NHS Foundation Trust (NHCFT), ein britischer Gesundheitsversorger, Notiz. Dessen durchschnittlicher „Health gain improvement score“ (vom Health and Social Care Information Centre (HSCIC) vergebener Score zum Erfolg einer OP auf Basis von PROMs) bei Knieprothesen lag unter dem nationalen Durchschnitt. Also suchten die Manager nach Ursachen und Lösungen. Beide in den Studien vorgeschlagenen Protokolländerungen wurden daraufhin sukzessive eingeführt und schon 2016 konnte der NHCFT nicht nur signifikante Verbesserungen seines Health Gain Improvement Scores, sondern auch der postoperativen Lebensqualität (gemessen mit OKS bzw. EQ-5D-3L) vermelden.2

Mit PROMs auf den Weg zu Value Based Healthcare

Die Autoren heben hervor, dass diese Änderungen ein gutes Beispiel sind, wie Integration bzw. Einsatz von PROMs auf nationaler Ebene funktionieren kann.
Gerade in der Orthopädie lassen sich derartige Verfahren gut einsetzen, um die bestehende Versorgung zu evaluieren und dann zu verbessern.

Auch uns bei heartbeat bestärken Beispiele wie diese in unserem Weg, mithilfe von PROMs evidenzbasierte und patientenzentrierte Veränderungen in der klinischen Praxis voranzutreiben.

Gerne geben wir Ihnen bei Interesse Einblicke in unsere Software-Lösung zur Erfassung von Patient Reported Outcomes. So besteht beispielsweise die Möglichkeit einer unverbindlichen Demo auf dem kommenden DKOU.

 

Quellen

    1. Baker PN, Deehan DJ, Lees D, et al. The effect of surgical factors on early patient-reported outcome measures (PROMS) following total knee replacement. J Bone Joint Surg. Br. 2012;94(8):1058-1066.
    2. Partridge T, Carluke I, Emmerson K, et al. Improving patient reported outcome measures (PROMs) in total knee replacement by changing implant and preserving the infrapatella fatpad: a quality improvement project. BMJ Open Quality 2016;5:u204088.w3767.
    3. https://digital.nhs.uk/data-and-information/data-tools-and-services/data-services/patient-reported-outcome-measures-proms/background-information-about-proms (Accessed September 24th, 2018)
    4. Moverley R, Derfel W, Nikolaos B, Richard F. Removal of the infrapatella fat pad during total knee arthroplasty: does it affect patient outcomes? Int Orthop 2014;38(12): 2483-2487.

 

About The Author

Lion Thiel |
Medizinstudium an der Charité und Werksstudent, heartbeat medical